KurzantwortEine Reinigungsausschreibung wird nicht seriös über einen pauschalen Quadratmeterpreis kalkuliert. Benötigt werden Flächen je Raumgruppe, Reinigungsarten, Intervalle, Leistungswerte, produktive Stunden, Tarif- und Lohnnebenkosten, Material, Geräte, Objektleitung, Zuschläge und Vertragsrisiken.

Welche Daten bestimmen den Preis?

Die wichtigste Grundlage ist das Raum- und Flächenverzeichnis. Darin stehen oft sehr unterschiedliche Nutzungen: Büro, Sanitär, Verkehrsfläche, Küche oder Werkstatt. Jede Raumgruppe erfordert andere Tätigkeiten und Leistungswerte. Auch die Häufigkeit – täglich, wöchentlich oder periodisch – verändert den Jahresaufwand erheblich.

Fläche und NutzungQuadratmeter allein reichen nicht; Raumart und Verschmutzung entscheiden.
IntervallReinigungstage, Ferien, Schließzeiten und Sonderleistungen berücksichtigen.
LeistungswertRealistische m² pro Stunde je Tätigkeit und Raumgruppe.
PersonalkostenTarif, Ausfall, Urlaub, Einarbeitung, Wege- und Objektleitungszeit.

Vom Leistungsverzeichnis zur Monatsrate

Für jede Position wird der Zeitbedarf aus Menge, Häufigkeit und Leistungswert abgeleitet. Daraus entstehen produktive Stunden. Erst danach folgen Stundenverrechnungssatz, Material, Maschinen, Objektleitung, Gemeinkosten, Risiko und Marge. Bei mehreren Objekten sollten Anfahrt, Schlüsselmanagement und Springerkapazitäten gesondert betrachtet werden.

Ein anschauliches Beispiel: Ein Rahmenvertrag umfasst zwölf Liegenschaften mit 86.400 m² Reinigungsfläche. Der Angebotspreis darf nicht einfach durch die Gesamtfläche geteilt werden. Sanitärflächen, Glasreinigung und Unterhaltsreinigung besitzen unterschiedliche Kostentreiber und Abrufrhythmen.

Was ändert sich bei Rahmenverträgen?

Rahmenverträge enthalten häufig Optionen, variable Mengen oder Abrufe ohne garantierte Vollauslastung. Kalkulatorisch wichtig sind Laufzeit, Preisgleitklausel, Mindestlohnentwicklung, Abrufwahrscheinlichkeit und die Frage, welche Vorhaltekosten auch ohne Leistung anfallen.

Ein niedriger Einstiegspreis ist kein Vorteil, wenn ein unterschätzter Leistungswert über die gesamte Vertragslaufzeit Verluste produziert.

Die häufigsten Kalkulationsfehler

  • Alle Raumgruppen mit demselben Leistungswert berechnen.
  • Urlaubs-, Krankheits- und Rüstzeiten nicht vollständig einpreisen.
  • Sonderreinigungen und Optionen wie garantierte Mengen behandeln.
  • Objektleitung, Qualitätskontrolle und Dokumentation vergessen.
  • Preisblätter manuell übertragen und Rundungs- oder Summenfehler erzeugen.

Wie raqid die Bearbeitung unterstützt

raqid liest Vergabeunterlagen und Preisblätter gemeinsam, strukturiert Positionen, Mengen und Intervalle und wendet die unternehmenseigene Kalkulationslogik an. Nachweise und Formblätter werden parallel vorbereitet. Das Team kontrolliert Annahmen, passt Besonderheiten des Objekts an und gibt die fertigen Unterlagen frei.

  1. Flächen- und Leistungsverzeichnisse erfassen.
  2. Positionen nach Raumgruppe, Tätigkeit und Intervall strukturieren.
  3. Unternehmenseigene Leistungswerte und Kostensätze anwenden.
  4. Zuschläge, Laufzeit und Optionen einbeziehen.
  5. Preisblatt und Angebotsunterlagen konsistent ausgeben.

Häufige Fragen

Wie kalkuliert man den Preis pro Quadratmeter?

Der Quadratmeterpreis ist das Ergebnis der positionsbezogenen Zeit- und Kostenrechnung. Er sollte nicht als pauschaler Ausgangswert verwendet werden.

Welche Unterlagen sind besonders wichtig?

Leistungsverzeichnis, Raum- und Flächenverzeichnis, Reinigungsplan, Objektliste, Vertragsbedingungen, Preisblatt und Vorgaben zu Tarif, Qualität und Dokumentation.

Kann die Kalkulation automatisiert werden?

Ja, wenn Mengen und Tätigkeiten strukturiert und die eigenen Leistungswerte, Lohnkosten und Zuschlagslogiken hinterlegt sind. Sonderfälle sollten weiterhin fachlich geprüft werden.

Konkreter nächster Schritt

So setzen Sie das Thema im nächsten Verfahren um

  1. Flächenverzeichnis nach Raumgruppen und Reinigungsarten strukturieren
  2. Leistungswerte und Intervalle in produktive Stunden übersetzen
  3. Lohn, Zuschläge, Material, Geräte und Objektleitung ergänzen
  4. Preisblatt gegen Mengen, Laufzeit und Optionen plausibilisieren

Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag wurde für die praktische Angebotsbearbeitung auf Bieterseite erstellt. Er ersetzt keine vergabe-, steuer- oder vertragsrechtliche Beratung. Maßgeblich bleiben die Unterlagen und Bedingungen des konkreten Verfahrens. Inhaltlich geprüft durch die Raqid Redaktion, Stand 08.10.2026.